Migrantenvertreter: „Wenn nicht einmal Abgeordnete als Österreicherinnen und Österreicher akzeptiert werden, haben wir ein Problem“

Migrantenvertreter Dino Schosche fordert, dass die ÖVP in der Causa Johann Rädler Konsequenzen zieht. Rädler hatte die Nationalratsabgeordnete Alma Zadić nach einer kritischen Wortmeldung rassistisch beschimpft. „Wenn nicht einmal ein Nationalratsabgeordneter eine andere Nationalratsabgeordnete als Österreicherin akzeptieren kann, haben wir ein Problem. Das darf nicht hingenommen werden“, sagt Schosche.

Zehntausende Österreicherinnen und Österreicher haben im Vorjahr Alma Zadić von der Liste Pilz in den Nationalrat gewählt. Sie vertrauen ihr, dass sie ihre Anliegen gut vertritt. „Viel mehr Österreicherin geht kaum“, sagt Migrantenvertreter Dino Schosche. Für die ÖVP scheine das freilich nicht zu gelten. Als Zadić am Montag die BVT-Affäre als sicherheitspolitisches Desaster bezeichnete, rief der ÖVP-Abgeordnete Johann Rädler dazwischen: „Sie sind hier nicht in Bosnien!“ Eindeutig eine Anspielung auf das Geburtsland Zadićs.

Unter Migrantinnen und Migranten sorgt das für Verunsicherung: „Offenbar werden wir nicht mal als gleichwertig angesehen, wenn wir als österreichische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger österreichische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger im Nationalrat vertreten“, sagt Schosche, der auch die Integrationswochen initiiert hat. „Diese Wortmeldung ist ein Skandal. Dass dieser Herr Rädler jetzt auch noch von Alma Zadić fordert, dass sie sich entschuldigen soll, ist eine Frechheit. Offenbar läuft das nach dem Motto: Einmal Migrantin, immer Migrantin. Wenn wir dich als Integrationssymbol brauchen, gut und schön. Aber wenn du eine eigene Meinung hast, fahren wir dir drüber, weil die steht dir nicht zu.“

Schosche fordert von der ÖVP Konsequenzen aus dem Vorfall: „Wenn dieser Herr Rädler österreichische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger aufgrund ihres Geburtsortes im Nationalrat öffentlich herabwürdigt, frag ich mich, ob er als Volksvertreter den richtigen Ruf hat. Egal, ob im Nationalrat oder als Bürgermeister von Bad Erlach.“ Besonders von Bundeskanzler Sebastian Kurz erwartet Schosche klare Worte: „Kurz war früher mal Integrationsstaatssekretär. Er hat damals viel von Integration durch Leistung geredet. Alma Zadić hat viel geleistet. Jetzt kann er beweisen, dass das damals nicht nur eine leere Show war, um sich bekannt zu machen.“
 

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Foto Credit: Liste Pilz